Ältestes Freibad des Burgenlandes
Das älteste burgenländische Freibad in Oberschützen wurde 1930 eröffnet. In den letzten Jahren bekam es neuen Glanz. „Dort wurden in den letzten drei Jahren rund 300.000 Euro investiert. Zuletzt wurde die Beckenfolie ausgetauscht", schildert Bürgermeister Hans Unger.
Das Freibad öffnete nach umfangreichen Sanierungsarbeiten seine Tore für die anschließende Badesaison 2026 am 31. Mai. Es wurden der Spielplatz, der Volleyballplatz, der Zaun und die technische Ausstattung erneuert. „Die Mitarbeiter des Bauhofes haben das Becken gereinigt, die Füllung erfolgte. Alles steht für eine herrliche Badesaison und schöne Sommer in unserem Retrobad bereit", freut sich Unger auf den sonnigen Start.
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Sanierung oder Neubau?
Diese Frage stellt sich den Verantwortlichen immer, wenn ein altes Bad nicht länger zu betreiben ist bzw. wegen gravierender Mängel geschlossen werden muss.
Und meist erst dann wird bei den oft 50 Jahre alten Anlagen eine Analyse gemacht, die in der Regel monatelang dauert und dann noch ausgiebig beraten werden muss. Zeit, die der Bevölkerung fehlt, denn jeder Tag ohne Schwimmbad ist nicht nur für Schulschwimmer und Kursteilnehmer ein verlorener Tag.
Das Ergebnis der Analyse fällt fast immer recht knapp aus. In der Regel ist eine Sanierung - in der Prognose - etwas billiger als ein Neubau. Aber leider nur auf dem Papier. In der Realität stellt sich dann während der Renovierung schnell heraus, dass hier und da erhebliche Schäden übersehen und nicht kalkuliert wurden. Das kann die Bauzeit leicht verdoppeln und die Sanierungskosten in ungeahnte Höhen steigern. Damit steigen auch die Baunebenkosten der Architekten. Fakt ist, dass am Ende sehr viele Sanierungen teurer kommen als ein Neubau, der im Voraus viel exakter berechnet werden kann.
Es gibt aber noch einige weitere Faktoren, die man berücksichtigen sollte. Beispielsweise kann man für einen Neubau den Standort aussuchen. Dabei ist eine andere Stelle heute vielleicht verkehrstechnisch oder für die Nutzer günstiger.
Ein wichtiger Faktor ist auch die Zeit. Ein Neubau ist meist binnen zwei Jahren fertiggestellt, plus ca. ein Jahr Planungs- und Ausschreibungsphase. Während dieser Zeit könnte das alte Bad oft weiter genutzt werden. Weiterhin gibt es nur bei der Planung eines Neubaus absolute Freiheit. Größe und Lage von Becken, Umkleiden oder technischen Anlagen und vor allem auch die Architektur können optimal bestimmt werden. Wenn man sich nach einem alten Grundriss richten muss, hat man da immer Platzprobleme, und die Logistik stimmt nicht. Vom Gesamtbild ganz zu schweigen. Zudem lassen sich spätere Erweiterungs-Optionen schlecht umsetzen. Auch Synergie-Effekte, z. B. in der Abwärme-Nutzung können bei Neubauten eventuell genutzt werden.
Der größte Nachteil bei einer Sanierung ist allerdings das Alter des Bades. 50 Jahre alter Beton ist eben nicht neu, und Fliesen halten auch nicht ewig. Zudem wurden früher oft Baustoffe verwendet, die gesundheitlich bedenklich sind, wie Asbest oder PAK-Teer.
Wie man sieht, sprechen fast alle Argumente gegen die Sanierung. Aus Zeit-, Kosten- und Qualitätsgründen. Die meisten Hallenbäder aus der Zeit zwischen 1945 und 1990 sollten besser abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden - sofern sie nicht architektonisch wertvoll sind.
Lediglich bei historischen Bädern lohnt sich eine Renovierung. Und man darf nicht warten, bis gar nichts mehr geht und man in Zugzwang gerät. Gerade jetzt, wo die Zinsen noch im Keller sind, lohnt es sich, umgehend neue Bäder zu bauen, bevor die maroden Betonkästen aus der Zeit des Goldenen Plans endgültig den Geist aufgeben.

Österreichischer Bäderverband